mit einer ständig schwindenden bevölkerung (jetzt etwa 1.500) ist das trio der vom wind verwehten aran-inseln vor der westküste irlands ein fenster im taschenformat in das harte leben vergangener jahrhunderte. „drei sprungbretter aus europa heraus“, schrieb der dichter seamus heaney und beschrieb das krasse szenario. es gibt hier immer noch mehr ponykarren als autos, und englisch wird nur von den wenigen besuchern gesprochen, die wegen der launischen, atemberaubenden schönheit kommen, die entweder als absolut romantisch oder eintönig düster interpretiert werden kann. trotz aller widrigkeiten haben sich die inselbewohner mit den rauen elementen begnügt – vor allem auf inishmore, der größten insel, die fast ohne vegetation ist. die aran-inseln wurden vor einem jahrhundert von dem in dublin geborenen dramatiker j. m. synge (der hier sein stück riders to the sea aufführte) unsterblich gemacht und repräsentieren, in synges worten, „irland in seiner exotischsten, farbenfrohsten und traditionellsten form. das wetter hält oft alle, besucher und einwohner gleichermaßen, in den pubs eingesperrt“, wo das gemurmel des irisch-gälischen (das einst – vor einer kürzlichen wiederbelebung – außer in abgelegenen außenposten wie diesem stetig verschwand) und das erzählen großer geschichten es tun noch lange nach der rückkehr auf festen boden in erinnerung bleiben.
ein besuch der eindringlichen ruinen des 11 hektar großen dun aengus, einer 4.000 jahre alten megalithischen klippenfestung, ist ein highlight für diejenigen, die mit ihren gedanken und den eindringlichen schreien kreisender möwen allein sein möchten. die inseln, die seit langem für ihre schweren, selbstgesponnenen und handgefertigten strickwaren bekannt sind („irische“ pullover werden in irland „aran“-pullover genannt; jede familie strickte ein unverwechselbares muster, damit die leiche eines familienmitglieds gefunden werden konnte, wenn es im meer ertrank erkennbar an seinem pullover), sind ein ort des nichtstuns und tagelanger radtouren. robert flaherty, der amerikanische regisseur poetischer dokumentarfilme, drehte hier 1934 man from aran; es wird oft auf der insel gezeigt. die kleineren inseln, inishmaan und inisheer, versprechen fast vollständige isolation mit nur einer handvoll alter festungen, kirchen, zu vermietenden zimmern und ein paar einfachen museen, die es zu besuchen gilt.
was: insel. wo: 48 km vor der küste von galway city.
wie: 90-minütige fähren von doolin (county clare), einem wachsenden zentrum traditioneller irischer musik, und 10-minütige flüge (nur in der hochsaison) von galway city. für fähren tel. 353/91-566535; info@queenofaran2. com; www.queenofaran2.com. für flüge tel. 353/91-593034, fax 353/91-593238; info@skyroad.com; www.aerarann.ie.
