1535 kam jacques cartier in ein dorf namens hochelaga, das von etwa tausend irokesen bevölkert war, und beanspruchte es für frankreich, indem er es zu ehren seines königs in mont réal (königlicher berg) umbenannte. die eigentliche veränderung kam jedoch erst 1642, als eine gruppe von missionaren unter der leitung von paul de chomedey eintraf und ein geschäft eröffnete, um die irokesen zum christentum zu bekehren. innerhalb von dreißig jahren war die mission zu einer siedlung mit etwa 1.500 einwohnern herangewachsen und wurde im laufe der zeit zu einem wichtigen handelszentrum und stützpunkt für fallensteller und entdecker. bis 1759, als die briten die region von frankreich eroberten, war die bevölkerung auf 5.000 angewachsen, die etwa 95 morgen am st. lawrence river bewohnten. heute ist diese gegend als vieux montréal oder old montreal bekannt, und trotz fast 250 jahren britischer herrschaft und dem einfluss des englischsprachigen kanadas und der vereinigten staaten bleibt es eine bastion der französischen diasporakultur – in seiner architektur, seiner küche und ihr allgemeines lebensgefühl.
in den 1960er jahren waren die überwiegend aus gebäuden und kopfsteinpflasterstraßen aus dem 18. und 19. jahrhundert bestehenden gegenden verfallen, aber ein beliebtes restaurierungsprogramm bewahrte sie vor einer ruinösen modernisierung. der umzug hat sich gelohnt: heute ist es ein hotspot des nachtlebens, der cafékultur und des tourismus und bewahrt seine atmosphäre so gut, dass es von amerikanischen und kanadischen filmproduzenten gerne als ausweichplatz für europa genutzt wird. verpassen sie nicht die rue st.-paul mit ihren viktorianischen straßenlaternen oder attraktive öffentliche plätze wie den place d’armes und den place jacques-cartier. letzteres ist das epizentrum des sommerlebens von montreal mit seinen straßenkünstlern, cafés, blumenhändlern und einer reihe von von pferden gezogenen calèches, die darauf warten, das vieux in ihre erfahrung von vieux montréal zu bringen. in der nähe befinden sich einige der schönsten und historischsten stätten der stadt, darunter die basilika notre dame aus dem jahr 1824 mit ihrer atemberaubend reichen innenausstattung; das sulpician seminary, montreals ältestes gebäude aus dem jahr 1685; und das art deco prévoyance building, das der stadt mit seiner ähnlichkeit mit dem empire state building eine dosis big apple verleiht. entlang des flussufers hat sich der vieux port von einem düsteren lagerhausviertel in eine 1,2 meilen lange promenade voller parks, ausstellungsräume, eisbahnen und spielplätze verwandelt. es ist auch der ausgangspunkt für verschiedene bootsaktivitäten auf dem fluss.
für eine perfekte unterkunft im montreal des 18. jahrhunderts checken sie in der auberge les passants du sans soucy ein, einem ehemaligen pelzlagerhaus aus dem jahr 1723, das jetzt in ein entzückendes bed & breakfast umgewandelt wurde, dessen neun zimmer – mit ihren steinwänden, holzbalkendecken, polierte holzböden und traditionelle québécois-möbel – sind wahre zeitmaschinen. für einen schnellen imbiss gehen sie nördlich der altstadt ins l’express, einer der beliebtesten orte der stadt für französische bistro-küche. für etwas ausgefeilteres, toque! bietet ein ständig wechselndes menü, das nur die frischesten (und manchmal seltensten) zutaten verwendet. es mischt modernes französisch mit einer winzigen prise asiatischem einfluss und kommt zu dem, was fast einhellig als das beste essen der stadt gilt, seit der küchenchef/eigentümer normand laprise das lokal 1993 eröffnete.
was: standort, hotel, restaurant.
vieux montréal: begrenzt im norden durch die rue st.-antoine, im süden durch den st. lawrence river und im osten und westen durch die rue berri und die rue mcgill.
auberge les passants du sans souci: 171 rue st.-paul oueste. tel. 514-842-2634, fax 514-842-2912; www.lesanssoucy.com. kosten: doppelzimmer ab 95 $ (nebensaison), ab 107 $ (hochsaison).
l’express: 3927 rue st.-denis. tel. 514-845-5333.
kosten: 22 $ wann: tägliches frühstück, mittag- und abendessen. haube!: 3842 rue st.-denis. tel 514-499¬2084.
kosten: $60.
wann: nur abendessen, di–sa.
beste zeiten: februar/märz für das winterfestival high lights (www.montrealhighlights.com); sommerzeit für viele andere feste (siehe separater eintrag, seite 771).
